Macromedia ColdFusion

ColdFusion ist eine Web-Technologie, die grundlegend aus folgenden 3 Teilen besteht:

 

  • ColdFusion Application Server (dem ersten Application Server der Welt)
  • ColdFusion Markup Language (CFML)
  • geeignete Entwickungsumgebungen (wie z. B. Dreamweaver)

ColdFusion Application Server

 

Der ColdFusion Application Server hat in entscheidenden Bereichen die Entwicklung der Web-Technologie geprägt.

 

Entwickelt wurde das Programm von den Brüdern Allaire. Sie gründeten 1994 die Allaire Corp. und vermarkteten ColdFusion und andere Produkte, wie z. B. Homesite oder JRun. Mit WDDX wurde von Allaire schon früh ein 'Großonkel' zu den heutigen Webservices entwickelt, das z. B. zur Content-Syndication verwendet wurde. ColdFusion war bei seinem Erscheinen 1995 der erste Application Server überhaupt und bis heute einer der erfolgreichsten weltweit – in seinem Mutterland, den USA, ist er sogar Marktführer. Außerhalb der USA hat es ColdFusion von je her etwas schwer und vor allem in Deutschland mit seiner traditionell starken PHP-Community steht der Durchbruch noch aus. Dennoch verfügt ColdFusion über eine sehr aktive Community wie die verschiedenen CFUGs (ColdFusion User Groups) beweisen.

 

Am 16. Januar 2001 übernahm Macromedia die Allaire Corp. und integrierte die Produkte in die eigenen Produktlinien. Mit der Version ColdFusion MX (6.0) wurde das Programm vollkommen neu geschrieben und die zugrundeliegende Engine auf J2EE umgestellt. Im Jahr 2002 wurde ColdFusion von Sun als 100% Java-kompatibel zertifiziert. MX-Anwendungen laufen somit unter Bea Weblogic, genauso wie unter IBM Websphere, SunOne oder Apache Tomcat. Von Hause aus wird JRUN 4 als Applikation-Server mitgeliefert.

 

Macromedia ColdFusion MX (6.1 und 7) wird in drei verschiedenen Versionen angeboten. Die kostenlose ColdFusion Developer Edition ermöglichte Interessierten den kostenlosen Einstieg in die Welt von CF. Die Standard- und Enterprise-Edition hingegen sind kommerzielle Versionen, die sich nur in Details wie der unterstützten Anzahl der CPUs, den Betriebssystemen, Datenbankschnittstellen und der Clusterfähigkeit unterscheiden.

 

Aktuell ist die Version 7, die insbesondere Möglichkeiten zur Druckausgabe (PDF und FlashPaper), Reporting inkl. Report Generator, Event-Gateways (SMS, Instant Messaging, usw) und die Möglichkeit zur Generierung von XForms und FlashForms (durch die Verwendung von Macromedia Flex) eingeführt hat. Siehe auch 'geeignete Entwickungsumgebungen'.

 

Es existierten weiterhin noch „freie Implementierungen“ die es ermöglichen ColdFusion auf weiteren Webserver / Betriebssystemen zu verwenden. Diese werden meist als Modul in den Webserver integriert. Zu nennen sind hier die Lösungen Blue Dragon, CORAL, Railo und IgniteFusion.

 

ColdFusion Markup Language (CFML)

 

CFML ist eine Sammlung von Tags und Funktionen, die die Entwicklung von Webanwendungen stark vereinfachen. Trotzdem ist CFML eine mächtige Sprache die auch komplexe Technologien wie WSDL, LDAP, XML, XSLT, XForms, Verity, MySQL, Stored Procedures von Oracle oder SQL-Server über einfache HTML-ähnliche Tags anzusprechen vermag. Alternativ zur schnell verständlichen Tag-Syntax kann man auch eine Script-Syntax ähnlich der von PHP verwenden, welche in vergangenen ColdFusion Versionen vom Parser mitunter schneller verarbeitet werden konnte. Mit diesem Set an Werkzeugen wird ein Rapid Application Development ermöglicht.

 

Die ColdFusion Markup Language diente in Teilen als Vorlage für die Entwicklung von JSP 2.0 und der JSPTL.

 

Der Sprachumfang von CFML hat sich über die Jahre permanent weiterentwickelt. Eine gravierende Neuererung sind die Fusion Components (CFC). CFCs ermöglichen dem Entwickler einen stärkeren OOP-Ansatz bei der Entwicklung von Webanwendungen zu wählen.

 

Es gibt auch „freie Implementierungen“ der ColdFusion Markup Language (CFML). Die größtenteils dem Sprachumfang von Macromedias Coldfusion etwas "nachhinken". Die bekannteste ist Blue Dragon von New Atlanta Communications. Die hat in der letzten Version (6.1) mit dem Leistungsumfang von ColdFusion MX (6.1) gleichgezogen. New Atlanta Communications bildet den gesamten Sprachumfang ab und erweitert die CFML sogar um eigene Tags (CFIMAP) die Macromedias ColdFusion "noch" fehlen. Diese „freien Implementierungen“ sind nicht auf dem Macromedia ColdFusion Application Server lauffähig und erfordern das Webserver-Modul von New Atlanta Communications.

 

Geeignete Entwicklungsumgebungen

 

Zur Web Applikation Entwicklung stehen unter anderem folgende Umgebungen zur Verfügung:

 

  • Macromedia Dreamweaver
  • Macromedia HomeSite 5.5
  • Macromedia HomeSite ColdFusion Studio <5.0

 

Für die Entwicklung kann auch die Open-Source Entwicklungsumgebung Eclipse mit einem speziellen, ebenfalls kostenlosen Plugin verwendet werden. Des Weiteren kann auch mit dem Editor PrimalScript entwickelt werden.

 

Weitere serverseitige Technologien sind ASP, JSP/Servlet, Perl und PHP.

 


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